Symphonieorchester Warendorf

 

    Symphonieorchester Warendorf

Konzertkritik:
Aus den Westfälischen Nachrichten vom 3. 3. 2015

Zwischen Wagnis und Perfektion
Neuntes Jahreskonzert des Symphonieorchesters der Musikschule Beckum-Warendorf

Von Karl Hermann Schlosser

Es war gewagt, die kleine Bläserserenade in Es-Dur op. 7 des 16-jährigen Richard Strauß, nach dessen eigenem späteren Urteil „nicht mehr als die respektable Arbeit eines Musikstudenten“, in Wirklichkeit aber doch ein für Bläser überaus anspruchsvolles Werk, ins Programm des neunten Jahreskonzerts des Symphonieorchesters der Musikschule Beckum-Warendorf aufzunehmen, das am Sonntag im nahezu voll besetzten Theater am Wall stattfand. „Zusammen schwelgen sie in warmem Wohlklang“, schwärmte der Dirigent und Orchestermanager Ulrich Witt in einer wunderbaren Analyse dieser Serenade von dem Zusammenspiel der 13 Bläser. Hiervon war im Konzert, das mit diesem Frühwerk von Richard Strauß eingeleitet wurde, leider nur wenig zu spüren. Umso überzeugender die Interpretation der nachfolgenden Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Edvard Grieg, in der besonders die Streicher mit sauberer Intonation und sensibler Bogenführung hervorstachen. Im zweiten Satz, „Ases Tod“ (Andante dolorosa), der exklusiv den Streichern vorbehalten ist, beeindruckten sie durch ungemein zurückhaltende, innige Zartheit und homogenen Klang: Musik vom Feinsten! Im 4. Satz, „In der Halle des Bergkönigs“ (Alla marcia e molto marcato), gelang es dem Dirigenten Michael Lempik perfekt, die von Natur aus zur Dominanz neigenden Bläser gebührend zurückzunehmen und in ein ausgewogenes Verhältnis zu den Streichern zu setzen. Nach der Pause musste das Publikum lange auf die angekündigte Symphonie Nr. 6 C-Dur, D 589, die sogenannte „kleine C-Dur-Sinfonie“ von Franz Schubert, warten. Denn zunächst gab es eine ungewöhnlich ausführliche, sehr ins Detail gehende Einführung in dieses Werk durch Dr. Winfried Grohe, die vielleicht doch sinnvoller ins gedruckte Programm gepasst hätte. Aber dann wurde dasWarten belohnt durch eine überzeugende Aufführung dieses weithin unterschätzten Werks. Hinreißend hier besonders der 3. Satz (Scherzo) und das großartige Finale (Allegro molto), in welchem Schubert sich stilistisch stark von dem zu seiner Zeit auch in Wien gefeierten Opernkomponisten Gioachino Rossini inspirieren ließ, ohne dabei seinen eigenen Stil zu verleugnen. Das Publikum dankte mit viel Applaus für einen spannenden Konzertabend und wurde mit einer schwungvollen Zugabe, Antonin Dvoráks Slawischem Tanz op. 46 Nr. 8 in g-Moll,