Symphonieorchester Warendorf

 

    Symphonieorchester Warendorf

Glänzend aufgelegtes Orchester begeistert ausverkauftes Theateram Wall (16. 2. 2016)
Als Solistin brilliert die 16jährige Franziska Hoppe mit der Violine
Bilder und Kritiken des 10. Symphoniekonzertes


 

Aus: WN Warendorf vom 7. 3. 2016: Beste Unterhaltung auf hohem Niveau
von Axel Engels

Mit einem Jubiläumskonzert der ganz besonderen Art verwöhnte das Symphonieorchester Warendorf am späten Sonntagnachmittag die fast 400 Konzertbesucher im Theater am Wall. Seit der Gründung des Orchesters vor zehn Jahren unter dem Dach der Musikschule leitet Michael Lempik das Ensemble, hat mit dem Orchester über die Jahre schon den Liebhabern feinster Musizierkunst manches exquisite Musikerlebnis geschenkt. Für das zehnjährige Bestehen war ein überaus interessantes Programm zusammengestellt worden, das die stilistische Sicherheit des Orchesters genauso unter Beweis stellte wie seine versierte Spielkultur.

Mit der spritzigen „Ouvertüre“ aus der Opera buffo „Die schöne Helena“ von Jacques Offenbach stimmte das Orchester das Publikum ein, konnte den wunderbaren Melodien über einem sehr differenzierten Orchesterklang ein ganz lebendiges Gewand verleihen. Dabei spannte das Orchester unter der versierten Leitung von Michael Lempke den Bogen von dramatischen bis zu leicht ausgelassenen Stimmungen, bot dem begeisterten Publikum eine bis ins kleinste Detail stimmige Interpretation.

Danach ging es mit dem „Konzert e-Moll für Violine und Orchester op. 64“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in äußerst gefühlsbetonte romantische Klangwelten. Den Solopart hatte die noch junge Violinistin Franziska Hoppe übernommen, deren elegante und lebendige Spielweise dem Charakter des Violinkonzerts sehr entgegenkam. Technisch brillant meisterte sie die anspruchsvolle Kadenz im ersten Satz und ließ die allseits bekannten Melodien in einem sehr stimmigen Dialog über dem differenzierten Orchesterklang in all ihrer Schönheit erklingen. Das Orchester reagierte sehr direkt auf das Dirigat von Michael Lempik, diese musikalisch sehr niveauvolle Interpretation dieses Werkes übertraf wohl noch die Erwartungen des Publikums und im inspirierenden langsamen Satz gelangen der Solistin sowie dem Orchester eine ganz tief bewegende Wiedergabe der in Musik gesetzten Gefühle. Eleganz und Grazie dieses Satzes sowie die Lebendigkeit des Finalsatzes schenkten dem Publikum ein einzigartiges Musikerlebnis. Nach der Pause blieb man mit der „Symphonie Nr. 3 Es-Dur (Rheinische)op. 97“ von Robert Schumann zwar in der Epoche der Romantik, allerdings zeigte sich hier in der Symphonie eine größere Dimension der Musiksprache des Komponisten. Dieses 1850 entstandene Werk erklang wie vom Staub der Zeit befreit in einer von der Spielfreude des Orchesters getragenen hellen Interpretation, die der lebensfrohen Grundstimmung des Werkes entsprach.

Die charakteristischen Stimmungen der einzelnen Sätze wurden mit klangmalerischen Mitteln bestens wiedergegeben. Das Orchester konnte seiner Spielfreude in den beiden Ecksätzen freien Lauf lassen, musizierte dabei mit ganz exquisitester Kunstfertigkeit. Dramatische Momente in den langsamen Sätzen wurden sehr sensibel in den Spielfluss integriert, wirkten dadurch nie übertrieben.Bei dieser Interpretation hat das Symphonieorchester Warendorf seine ganzen Qualitäten ganz in den Dienst der Musik gestellt, das Publikum auf hohem Niveau bestens unterhalten

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Termine:
Freitag, 04.03.2016, 20.00 Uhr in Versmold, Petrikirche und
Sonntag, 06.03.2016, 17.00 Uhr in Warendorf, Theater am Wall

Programm:
Jacques Offenbach: Die schöne Helena, Ouvertüre
Felix Mendelssohn: Violinkonzert e-Moll
Robert Schumann: Symphonie Nr. 3 „Die Rheinische“

Ausführende:
Symphonieorchester Warendorf
Franziska Hoppe, Violine
Leitung: Michael Lempik