Symphonieorchester Warendorf

 

    Symphonieorchester Warendorf

Kleiner Star in einem tollen Ensemble
Symphonieorchester Warendorf und vor allem der junge Solist Carl Vogt überzeugen in der Petri-Kirche

Versmold (ella). Die Kirchenglocken läuten noch leise im Hintergrund, als die Konzertmeisterin an der ersten Violine ihr A an die anderen Mitglieder des Orchesters weitergibt. Anhand dieses Leittons stimmen alle Musiker ihr Instrument. Dann stehen die Musiker auf, denn Dirigent Michael Lempik nimmt seinen Regieplatz in der Petri-Kirche ein. Ein getragener Auftakt für das Konzert des 40-köpfigen Symphonieorchesters Warendorf, das anschließend mit Spielfreude und Vielseitigkeit glänzte. Etwa 150 Musikliebhaber hören die »Lystspiel-Ouvertüre« des Musikabends aus der Feder des dänischen Komponisten Niels W. Gade. Diese Komposition wirkt leicht, fast dahinhuschend. Besonders beeindruckend ist es, wie die Violinisten die Lagenwechsel meistern, also die Stellung ihrer linken Hand auf dem Griffbrett trotz des durchaus hohen Tempos variieren können. Höhepunkt des Abends ist indes das »Konzert Nr. 3 Es-Dur für Horn und Orchester« von Wolfgang Amadeus Mozart. Solist auf dem Horn ist der 14-jährige Carl Vogt aus Drensteinfurt. Er begann mit sieben Jahren, das Instrument zu spielen, und erreichte unter anderem den dritten Preis auf Jugendebene beim renommierten Wettbewerb »Jugend musiziert«. An diesem Abend bringt er den Zuhörern das Horn, auch Glücksspirale genannt, in allen Varianten näher. Denn wer glaubte, dass da nur einfache laute Töne rauskommen, wird eines besseren belehrt. Mit einem Wechselspiel zwischen sanften, leichten Lauten, sowie lautem und forderndem Spiel überzeugt der 14-Jährige das Publikum. Als sein letzter Ton verklungen ist, wirkt es, als hielten die Besucher kurz den Atem an. Gleich drei Mal muss sich Carl Vogt anschließend unter lautem Applaus verbeugen. Es folgt die »L’Arlesienne, Suite Nr. 1« von Georges Bizet. Mal sind Marschrhythmen zu hören, dann gibt es eine Art Frage-Antwort- Spiel zwischen den Bläsern und den Streichern. Hier wird auch deutlich, wie anspruchsvoll das gesamte Programm des Konzertes ist. Neben den Lagenwechseln sind bei den Streichern Vibratos, also vibrierende Töne, und Pizzicatos zu hören, die durch das Zupfen der Saite entstehen. Zum Träumen lädt der dritte Satz des Stückes ein. Er besteht lediglich aus 34 Takten und wird von den Streichern gedämpft gespielt. Die Besucher erleben ein Wechselspiel der musikalisch erzeugten Gefühle – ein Gastspiel
(aus dem Haller Kreisblatt vom 11. 2. 2014)