Symphonieorchester Warendorf

 

    Symphonieorchester Warendorf

8. Symphoniekonzert

 Aufführungen:

Fr. 07.02.2014 20.00 Uhr Konzert in Versmold
So. 09.02.2014 17.00 Uhr Konzert in Warendorf (Theater am Wall)

Programm:

Niels W. Gade (1817 -1890)

Lystspil-Ouverture (I. Mariotta)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Konzert Nr. 3 Es-Dur für Horn und Orchester, KV 447
Allegro - Romance (Larghetto) - Allegro

Georges Bizet (1838 - 1875)
L’Arlesienne, Suite Nr. 1

Anton Bruckner (1824 - 1896)

4 kleine Orchesterstücke

Franz Schubert (1797 - 1828)
Symphonie Nr. 3 D-Dur, D 200

1. Adagio maestoso - Allegro con brio   2. Allegretto 
3. Menuetto. Vivace - Trio   4. Presto vivace

Solist: Carl Vogt (Horn)

Leitung:  Michael Lempik

Informationen zum Programm

Niels Wilhelm Gade, einer der bedeutendsten Vertreter der dänischen Nationalmusik des 19. Jahrhunderts, wurde am 22. Februar 1817 in Kopenhagen als Sohn eines Tischlers geboren. Als Violinist der dänischen Hofkapelle erhielt er Musikunterricht bei C. E. F. Weyse und A. P. Berggreen. Für sein erstes Werk, die Ouvertüre ‚Nachklänge von Ossian‘ bekam Gade 1841den 1. Preis vom Kopenhagener Musikverein. Durch ein königliches Stipendium konnte er in Leipzig studieren, wo er engen Kontakt zu Robert Schumann und Felix Mendelsohn Bartholdy hatte. An Mendelssohns Seite dirigierte Gade einige Gewandhauskonzerte, unter anderem die Uraufführungen seiner 1. und 2. Sinfonie. 1847 wurde er als Nachfolger Mendelssohns zum Leipziger Gewandhaus-Kapellmeister berufen. Nach Ausbruch des deutsch-dänischen Krieges 1848 verließ Gade Leipzig wieder und kehrte nach Kopenhagen zurück. Hier wirkte er als Direktor des Kopenhagener Musikvereins und später als Hofkapellmeister. 1866 wurde er Leiter des Königlich-Dänischen Konservatoriums der Musik. Niels Wilhelm Gade starb am 21. Dezember 1890 in Kopenhagen.
Sein an Mendelssohn Bartholdy und Schumann orientiertes Schaffen umfasst acht Sinfonien, Suiten, ein Violinkonzert, Chor- und Kammermusik, Klavierstücke, Lieder und Ballette. Besonders zeichnete er sich durch die einfühlsame Verwendung dänischer Volksmusik aus; durch ihn erreichte die dänische Musik ihre erste Blüte.
Die heute zu Gehör kommende erste von zwei Lustspiel-Ouvertüren (Mariotta) entstand im Jahre 1849 und wurde im selben Jahr auch uraufgeführt.

Mozart schrieb dieses Konzert für den Hornisten Ignaz Leutgeb, Mitglied der Salzburger-Kapelle. Das Werk entstand vermutlich im Jahr 1783, obwohl namhafte Musikwissenschaftler unterschiedliche Daten angeben. Es wird auch vermutet, dass der zweite Satz (Romanze) zunächst als eigenständiges Werk komponiert wurde. Der erste und dritte Satz seien später hinzugefügt worden, um es zu einem dreisätzigen Konzert zu ergänzen.   
Der Schlusssatz ist ein „Jagdfinale“ im Sechsachteltakt, in dem „die ursprüngliche Natur des Jagdinstrumentes ganz unverhohlen zum Vorschein kommt, was damals, wo die eigentliche Jagdmusik noch mehr zu sagen hatte, ohne Zweifel sehr angenehm unterhielt.“ (Jahn) Alle Sätze sind knapp gehalten, der erste hat Sonatenform.

L‘ Arlesienne von Georges Bizet hatte ihre Premiere am 1. Oktober 1872 in Paris. Sie erwies sich als Misserfolg und das ursprünglich als Bühnenmusik gedachte Stück verschwand nach drei Wochen vom Spielplan. Ungeachtet schlechter Kritiken, die auch seiner Musik galten, instrumentierte Bizet kurz nach der Premiere vier Stücke seiner Bühnenmusik für großes Orchester. In dieser Form erklang die L’Arlesienne-Suite Nr. 1 erstmals am 10. November 1872 in Paris. Vom Publikum begeistert aufgenommen, wurde sie noch zu Bizets Lebzeiten mehrfach wiederaufgeführt.  
Satzfolge:
I. Prélude (Allegro deciso). Im ersten Teil (c-Moll) des zweiteiligen Satzes dominiert der  instrumental und harmonisch viermal variierte Marschrhythmus des provençalischen Weihnachtsliedes Marcho dei Rei („Marsch der Könige“), im zweiten Teil ein getragen-melancholischer, vom Saxophon intonierter Gedanke (As-Dur) und ein der männlichen Hauptfigur von Daudets Tragödie zugeordnetes „Liebesthema“ (C-Dur).   
II. Minuetto (Allegro giocoso). Der tänzerisch angelegte Satz (c-Moll) stellt eine Mischung aus Scherzo und Walzer-Trio dar und erinnert an Musik des 18. Jahrhunderts.    
III. Adagietto (Adagio). Der lediglich 34 Takte umfassende zart-gefühlvolle Satz (F-Dur) wird nur vom gedämpften Streichorchester gespielt.
IV. Carillon (Allegro moderato). Die Komposition entwickelt sich über einem glockenartigen Ostinato der Hörner (E-Dur), unterbrochen durch eine siciliano-artige, elegische Episode der beiden Flöten.

Anton Bruckner wurde im Jahre 1824 in Ansfelden bei Linz (Oberösterreich) geboren. Von 1837 bis 1840 war er Sängerknabe; von 1845 bis 1855 war er Lehrer und zugleich provisorischer Organist im Stift St. Florian. Seine Werke haben ihm den Namen Musikant Gottes eingetragen. Am 11. Oktober 1896 verstarb Anton Bruckner in Wien. Seinem Wunsch entsprechend wurde er unter der großen Orgel der Stiftskirche in St. Florian beigesetzt.  
Im Alter von etwa 38 versuchte er sich zum ersten Mal auf dem Gebiet, das sein ureigenstes werden sollte: Orchestermusik.
Als erstes entstand ein kleiner Marsch in d-moll, und kurz darauf drei kleine Orchesterstücke in Es-dur, e-moll und F-dur. Musikalisch relativ am wertvollsten ist der Marsch (der interessanterweise bereits
ein Motiv vorausnimmt, welches viel später in Bruckners 8. Symphonie wiederkehrt!), doch auch die anderen drei Stücke sind melodiöse kleine 'moments musicaux' (im eigentlichen Sinne des Wortes), die freilich ihren Ursprung in Schumann und Mendelssohn nicht verleugnen können. (H.-H. Schönzeler)

Franz Schuberts 3. Symphonie in D-Dur entstand in nur neun Tagen im Jahr 1815. Die Symphonie entstand für ein Liebhaberorchester unter Leitung des Geigers Joseph Prohaska, in dem Schubert die Bratsche spielte. Am 19. Februar 1881 (53 Jahre nach Schuberts Tod) wurde das ganze Werk im Londoner Crystal Palace unter der Leitung von August Friedrich Manns auf Initiative des Musikforschers George Grove uraufgeführt. Während Brahms von der künstlerischen Qualität des Werkes nicht überzeugt war, sah die „Musical Times“ in London eine deutliche Stilentwicklung und Abgrenzung von Mozart und Haydn, weshalb sie das Werk lobte. Die viersätzige Struktur enthält schon im Kopfsatz einige ungewöhnliche Wendungen, die in der damaligen Zeit sehr ungewohnt gewirkt haben dürften. Auf den in Liedform geschriebenen langsamen Satz folgt ein Scherzo, das Anklänge an Beethoven, insbesondere dessen 5. Symphonie, zulässt. Die Symphonie endet mit einer Tarantella im 6/8-Takt.

Unser Solist: Carl Vogt, 14 Jahre alt

Carl Vogt ist 14 Jahre alt und stammt aus einer musikalischen Familie. Er begann seine musikalische Aus-bildung bereits im Kindergarten mit der Musikalischen Früherziehung. Mit fünf Jahren startete er zunächst mit der Blockflöte, bevor er mit sieben Jahren den ersten Unterricht auf dem Horn erhielt. Hier zeigte sich schon früh seine Begabung. Bisher hat Carl Vogt zweimal mit hervorragendem Ergebnis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen. Sein bestes Ergebnis war in der Solowertung Horn ein dritter Preis beim Bundes-wettbewerb in Stuttgart.