Symphonieorchester Warendorf

 

    Symphonieorchester Warendorf

Auf den Klangkörper darf die Stadt stolz sein

von Dr. Ekkehard Gühne (aus "Die Glocke", Warendorf, vom 11. 2. 2014)

 

Mit dem vor acht Jahren gegründeten Symphonieorchester Warendorf hat sich ein Klangkörper etabliert, auf den die Stadt stolz sein kann. Das wurde beim Konzert im vollbesetzten Theater am Wall am Sonntag deutlich.

Was Michael Lempik als Dirigent in langen Monaten überwiegend mit Laienmusikern erarbeitet hatte, konnte sich wahrlich hören lassen. Das Programm setzte auf große Namen wie Mozart, Schubert und Bruckner, hatte aber auch ein Herz für die „kleineren“ Meister, zum Beispiel ein leitend für den Dänen Niels Wilhelm Gade (1817-1890). Seine beschwingte Ouvertüre zu „Mariotta“ verbiss sich nicht in tiefste romantische Empfindungen, ließ aber wenigstens im Mittelteil doch etwas vom Geist der Romantik ahnen.

Um einen „Kleinen“ ging es auch in Mozarts Hornkonzert Es- Dur, nämlich den 14-jährigen Carl Vogt aus Drensteinfurt. Bereits vor dem ersten Ton war ihm das Wohlwollen des Publikums sicher, verdient hatte er es sich schon weit vor dem letzten. Selbstbewusst, aber nicht dünkelhaft ging er den großen Herrn aus Salzburg an, zeigte ein hohes technisches und musikalisches Verständnis, besonders einschmeichelnd in der „Romance“ des zweiten Satzes. Um viele Feinheiten der Orchestrierung ging es in Bizets Suite („L’Arlesienne“), die sehr unterschiedliche Stimmungen einfing, vom robusten Marsch der Heiligen Drei Könige bis zum teilweise verklärten Glockenspiel des „Carillon“.

Witze, die lange erklärt werden müssen, verlieren ihre Wirkung. Im Prinzip gilt das auch für Musik. So ließ sich auch Dr. Winfried Grohe als Conferencier des Abends nicht zu Belehrungen hinreißen, gab hier und bei den anderen Stücken eher humorvolle Denkanstöße.

Bruckner für Dilettanten? Das geht durchaus, wenn man die richtigen Proben wählt. Das geschah nach der Pause mit dessen „vier kleinen Orchesterstücken“. Sie atmeten die Weite des Symphonikers (und verlangten auch den Bläsern etwas ab), blieben aber in der Dimension bescheiden. Und immer wieder blinzelte ein freundlicher Bruckner durch. Aber es blieben doch Stücke.

Ein „ganzes“ Werk gab es erst als Finale: Schuberts Symphonie Nr. 3 in D-Dur. Lassen wir den Streit, ob sich Schubert hier schon von seinen übermächtigen Vorbildern Haydn und Beethoven gelöst hat. Tauchen wir in diesen Strom der Erfindung ein! Das taten auch die Musiker, von den wuchtigen Schlägen des „Allegro con brio“, über das grazile „Allegretto“, das mitunter rhythmisch raffinierte Menuetto bis hin zum Finale, einem wahren Feuerwerk. Dieser „Philiosophie“ folgte schließlich auch das Publikum. Heraus kam ein grandioser Abschluss, der die „Gesamtnote“ noch etwas anhob. Es war ein gelungener Abend.